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September

Was, Wann, Wo

Wir klären Newcomer, Moderatoren und DJ's in der Radio-Business-Welt auf, was die einzelnen Begriffe (Jargon) bedeuten und wie man die einzelnen Elemente einsetzt, um dem Hörer ein lückeloses Programm bieten zu können.

Ein sehr gutes und unterhaltsames Radioprogramm zeichnet sich von unterschiedlichen Faktoren ab. Qualität und Professionalität steht hier immer im Vordergrund.

Backtimer

Instrumentales Musikelement, die die Zeit zwischen dem letzten Musiktitel einer Sendestunde und dem folgenden Werbe- bzw. Nachrichtenblock überbrücken. Sie sorgen für einen angenehmen Übergang. Sie sollten keineswegs als Lückenfüller eingesetzt werden.

Bumper

Der Bumper steht als "Stoßpuffer" am Anfang eines festen Programms und kündigt dieses mit entprechendem Musikbett an. Ziel ist es, den Hörer auf die folgende Sendung aufmerksam zu machen.

Moderation und O-Töne folgen meist auf einem Musikbett. Den Abschluss kann ein Stinger bilden.


Donut

Ein fertig produziertes Element mit Bumper und Stinger.

Der Sprecher muss seine Moderation exakt auf die Länge des vorgegebenen Musikbetts timen, was sehr viel Übung und Konzentration erfordert. Für das Musikbett eignen sich besonders Loops oder sehr prägnannte instrumentale Musikstücke.

Diese können sich aus GEMA-freien aber auch aus GEMA-pflichtigen Musikstücken zusammen setzen. Gerne werden dazu eigen komponierte Musiksequenzen eingesetzt. Sie sind individuell zu gestalten und daher besonders beliebt.

Drop-In

Ein sehr kurzes produziertes Wortelement. Die Stimme ist trocken oder mit einem Soundeffekt kombiniert.

Ein Drop-in wird auf das instrumentale Intro (zum Liedanfang) oder Outro (zum Liedende) eines Musiktitels eingespielt.
Ohne Musikhintergrund darf und sollte es keineswegs verwendet werden !

Manche Sender achten wegen der besseren akustischen Differnzierung darauf, dass das Geschlecht der Stimme und das Geschlecht des Moderators verschieden sind.

Jingle

Sehr kurzes, meist zwischen 5 und 10 Sekunden langes Element, das aus Musik, Gesang und/oder Sprache besteht.
Ein Trend in der Radioszene geht zu längeren Jingles (15 bis 20 Sekunden), da die Identität der Station (Des Radiosender) umfassender dargestellt werden kann.

Je nachdem, ob Sprache beziehungsweise Gesang am Anfang oder Ende platziert sind, unterscheidet man zwischen Ramp- und Tag-Jingle.


  • Ramp-(oder Intro-)Jingle: Hier kann zu Beginn moderiert werden. Der Abschluß, zum Beispiel das Senderlogo, ist vorgegeben. Beispiel: Anfang: nur Musik, Ende: Radio XY (gesungen).
  • Tag-(Outro-)Jingle: Beginnt mit dem Senderlogo. Die Moderation oder der Einsatz von Drop Ins erfolgt auf das anschließende Musikbett. Beispiel: Anfang: Radio XY (gesungen), Ende: immer gut informiert (Drop-in, mehrstimmig gesprochen).


Jingles, die nur gesungen sind (also ohne Musik), heißen A-cappella-Jingles. Sie sind bei der Mehrspurproduktion leicht herzustellen. Der Tontechniker mischt die Musik unter dem Gesang weg bzw. schaltet den entsprechenden Regler aus ("muten").
Jingles können in je drei Kategorien nach Intensität und Tempo unterteilt werden:

Intensität Tempo
Intensiv/Hot Schnell/Fast
Mittel/Medium Mittel/Medium
Leicht/Easy Langsam/Slow

Musikbetten

Ein instrumentales Musikstück, das im Hintergrund läuft, während der Moderator spricht. Musikbetten unterscheiden sich nach Stil (fröhlich, neutral, gedämpft), Tempo und Intensität. Es gibt Musikbetten, die überall eingesetzt werden können, und solche, die sendungs-, tagesteil- oder sogar wochentagsspezifisch sind.
Musikbetten können unterschiedliche Herkunft haben:

  • Bekannte Musiktitel. Hier gibt es nur wenige Titel, die zum jeweiligen Format passen. Sie nutzen sich schnell ab. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Hörer mehr auf die Verpackung als auf den Inhalt achtet.
  • Produktionsmusik. Das Angebot an Musikbibliotheken (Sound Libraries) für Produktionen von Werbung oder Film ist groß. Hier wird man für jeden Anlass fündig. Zum Teil sind diese Musiken GEMA-frei.
  • Paket-Musikbetten. Beim Kauf eines Jingle-Pakets sind Musikbetten für Wetter, Verkehr, Schlagzeilen und einige weitere Rubriken enthalten. Sie passen genau zum Klangbild des Senders und werden oft über lange Zeit beibehalten. "Ortszeit live", Montag, 13. November 2000, 8.30 Uhr


Beliebig lange Musikbetten kann man produzieren, indem man Teile eines Instrumentals taktgenau hintereinander schneidet und so oft wiederholt, bis man die gewünschte Länge erreicht hat ("Musikschleifen" oder "Loops").
In manchen Sendern werden Musikbetten auch Overtalk genannt. Ursprünglich wurde mit diesem Begriff die Tätigkeit des Moderierens auf einem Musikbett bezeichnet. In einigen Stationen ist auch Sounder als Bezeichnung gebräuchlich, besonders häufig in der Verbindung mit Wetter und Service.


Promo

Werbung für Programme, Sondersendungen, Musikformat, Präsentationen oder Höreraktionen in Form vorproduzierter Spots. Oft auch als Trailer bezeichnet. Die Länge beträgt bis zu 60 Sekunden.

Beispiel: Werbung für ein Konzert oder eine Lifesendung mit einem Künstler, das vom Sender veranstaltet wird.

Showopener

Ein Jingle, der eine Sendestunde eröffnet. Mit diesem Showopener setzen sie Ihrer Sendung einen Widererkennungswert. Hier gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten:



  • Jingle mit Stationskennung und Sendungsname
  • Drop-in mit Sendungsname auf das Intro des ersten Musiktitels
  • Drop-in mit Moderatorenname oder Musikbett, auf dem der Moderator begrüßt
  • oder individuell für jede Sendestunde produzierte Opener oder Closer

Soundeffekte (SFX)

Soundeffekte steigern die Dynamik im Programm. Dazu zählen Naturgeräusche wie Regen, menschliche Geräusche wie Lachen, akustische Gewonnen-/Verloren-Symbole für Gewinnspiele und (meist bei Jugendformaten) elektronische Effekte.

Sounder

Ein akustisches Signal, das zur Kennzeichnung wiederkehrender Programmelemente verwendet wird. Ein Sounder wirkt durch seinen Klang, nicht durch den Text. Beispiele: Verkehrssignal, Werbetrenner

Station ID

Das akustische Logo eines Senders. Vergleichbar einem Logo im Printbereich steht es für die akustische Corporate Identity der Station.
Die Grundmelodie bleibt gleich, das Tempo, der Rhythmus oder die Intensität können der Funktion angepasst werden.

Häufig werden Station-IDs und andere Verpackungselemente eines Senders immer vom selben Sprecher gesprochen, der so genannten Station-Voice.

Stinger

Ein Jingle, der am Ende einer mit Musikbett unterlegten Rubrik steht und diese musikalisch abschließt. Auf dem Abschlusstakt kann die Aussage der Rubrik verbal verstärkt bzw. für den Sender geworben werden.

Beispiel: Veranstaltungshinweise; am Ende der Rubrik ertönt musikalisch passend Veranstaltungshinweise bei Radio Beispiel FM, täglich um 14 Uhr 30 und 19 Uhr 30.

Titelparodien

Titelparodien. (auch Sing-along genannt).
Dazu werden bekannte Musiktitel mit einem neuen, witzigen Text versehen, der den Sender, Moderatoren oder bestimmte Ereignisse verulkt. Die Produktion ist meist sehr aufwendig. Für den Musikhintergrund schneidet man Instrumentalpassagen des betreffenden Titels zusammen. Manchmal gibt es auch Instrumentalversionen auf Maxi-CDs, die sich mit wenigen Schnitten umbauen lassen. Akustisch nicht ganz sauber ist die Möglichkeit, die Originalstimmen durch Phasenverschiebung elektronisch zu entfernen.

Transition


Auch Bridge oder Brückenjingle genannt. Ein Jingle als Intensitäts- oder Tempoverbindung zwischen zwei Musikstücken. Damit wird der Fluss in der Sendung erhöht.

Beispiel: Ein Musikstück endet langsam, das folgende beginnt schnell. Um eine angenehme Verbindung herzustellen, setzt der Moderator einen Jingle als "Brücke" ein, der von "slow to fast" geht.

AUTOR: RAINER SCHOSSMACHER / MWM-NRW-MEDIA



 
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